Starkes Kreuz - Den Rücken richtig belasten
Probleme mit mit dem Rücken gehören für viele Menschen zum normalen Alltag. Da hilft nur rückengerechte Bewegung.

Wenn der Rücken schmerzt, sind oft Fehlbildungen und eine falsche Belastung der Wirbelsäule dafür verantwortlich. In Deutschland leiden 30 bis 40 Prozent der Menschen an solchen Beschwerden, 70 Prozent haben die Schmerzen mindestens einmal im Jahr und 80 Prozent sind einmal im Leben von Rückenschmerzen betroffen.
Fehlbildungen und Überlastung
Fehlbildungen und Kreuzschmerzen können ohne Akutbehandlung und vorbeugenden Bewegungsausgleich weitreichende Folgen haben. Häufig führen sie auch zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben.
Eine Skoliose ist die häufigste Fehlbildung der Wirbelsäule. Diese ist dabei seitlich verdreht, so dass ihre normalerweise aufrechte doppelte S-Form Stöße nicht mehr geschmeidig abfedern kann. Je nach Ausmaß der Verdrehung haben die Betroffenen mehr oder weniger starke Schmerzen. Das Rückgrat wird falsch belastet, Wirbelkörper und Bandscheiben werden verstärkt abgenutzt.
Aber auch psychische Belastungen machen sich im Rücken bemerkbar. Chronischer Stress kann zu Verspannungen der Muskulatur von Nacken und Rücken führen.
Hexenschuss
Beim Hexenschuss löst eine einzige kurze falsche Bewegung schlagartig einen heftigen stechenden Schmerz aus. Jede weitere Bewegung scheint unmöglich, selbst das Atmen fällt schwer. Die Muskeln verspannen und verkürzen sich und blockieren das Gelenk. Der Betroffene nimmt automatisch eine gekrümmte Schonhaltung ein. Bei solchen akuten Rückenschmerzen muss die Wirbelsäule entlastet werden. Dazu sollte sich der Betroffene flach auf den Rücken legen, die Beine anwinkeln und ein Kissen unterschieben. Ist der akute Schmerz abgeklungen, sollte man sich aber schnell wieder bewegen. Wärme und Salben unterstützen die Heilung.
Bandscheibenvorfall
Verstärken sich die Beschwerden, treten taube Stellen und Lähmungserscheinungen auf, kann das auf einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Dann ist der Arzt gefragt. Eine Spritze lindert akute Schmerzen. Manchmal hilft auch eine Kältepackung. Im Kernspintomogramm zeigt sich das Ausmaß der Schäden. Wenn der Außenring der Bandscheiben verschleißt und reißt, tritt der innere Teil der Bandscheibe nach außen und drückt auf umliegende Nervenwurzeln. Bei einer Vorwölbung drückt sich die Gelmasse zwar nach außen, der Bindegewebsring ist aber noch nicht zerrissen. Ein Bandscheibenschaden tritt meistens mit heftigen Schmerzen auf, kann aber auch unbemerkt und ohne Beschwerden erfolgen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren.
Überlastung durch Sport
Bandscheibenvorfälle treten auch bei durchtrainierten Athleten auf. Beim Fußball sorgen beispielsweise kurze Sprints und schnelle Richtungswechsel für Erschütterungen der Wirbelsäule, daneben belasten Kopfbälle die Halswirbelsäule. Manchmal sind die Vorfälle so schlimm, dass operiert werden muss. Dabei wird nicht repariert, sondern die Bandscheibe ganz oder teilweise ersetzt. Operationen sollten erst dann eingesetzt werden, wenn sonst nichts mehr geht. Optimal ist natürlich regelmäßige Bewegung zur Vorbeugung. So werden Verspannungen gelöst, Muskeln aufgebaut, die den Rücken stützen, Wasser und Nährstoffe in die Bandscheiben transportiert. Das hält sie elastisch und gesund.
Was nützt dem Rücken?
- Achten Sie auf eine aufrechte Haltung.
- Vermeiden Sie Übergewicht.
- Gehen Sie beim Bücken in die Knie und heben Sie schwere Gegenstände mit geradem Rücken aus den Knien heraus.
- Stellen Sie den Schreibtischstuhl rückengerecht ein.
- Unterbrechen Sie Ihre Arbeit am Schreibtisch immer wieder. Auch beim Sitzen sollten Rücken und Schultern bewegt werden.
- Rückenkissen (Keilkissen, luftgefüllte Mobilkissen, Lordosekissen) unterstützen Sie beim Sitzen am Tisch oder beim Auto fahren.
- Wenn Sie beruflich viel stehen müssen, sollten Sie zwischendurch auch laufen.
- Regelmäßiges Training und rückenfreundlicher Sport wie Schwimmen und Walken hält Ihren Rücken fit.
- Schlafen Sie gut auf einer rückenfreundlichen Matratze!
18.08.2009 - Von: Susanne Kemmer, Redaktion apotheken.de, Foto: Klosterfrau Gesundheitsservice

