Umfrage: Drei von vier Studenten im Stress

Drei Viertel aller deutschen Studenten fühlen sich gestresst. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Das Studium fordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit durch freie Zeiteinteilung. Nicht alle jungen Menschen, die gerade erst aus dem strikten Schulalltag entlassen wurden, sind dem gewachsen. Nicht erst im Berufsleben, sondern schon in der akademischen Ausbildung lauert demnach für junge Erwachsene die Stress-Falle - doch sie lässt sich umgehen.

Zeitmanagement und Zielplanung
Mit dem Wintersemesters beginnt für die Studenten wieder der Unialltag: Referate, Hausarbeiten und Prüfungen. Für Studenten, die diese Belastungen gut meistern wollen, ohne sich dabei zu überfordern, gibt es einfache Tricks und Kniffe, sagt Gerhard Mahltig, Gesundheitsexperte der TK. Als Beispiele nennt er Gedächtnisarbeit, Zeitmanagement und Entspannungstraining.

Zunächst sei es wichtig, die eigene Arbeitsweise und Zeitplanung genau zu prüfen. Diese Selbstanalyse erfolgt am besten schriftlich. Anhand dieser Aufzeichnungen lässt sich herausfinden, wo die persönlichen "Zeitfresser" stecken: unnötige Unterbrechungen, Telefonate, fehlende Prioritätenplanung oder ein unordentlicher Schreibtisch. Es hilft den Studenten, sich eine Liste mit erreichbaren Zielen für den jeweiligen Tag, die Woche, oder den Monat zu erstellen. "Dabei ist es wichtig, konsequent zu kontrollieren, ob man die gesteckten Ziele auch erreicht hat", sagt Mahltig. So merken die Studenten früh, wenn sie im zeitlichen Rückstand sind und können gegensteuern.

Prioritäten setzen
In der Liste der Ziele gilt es, klare Prioritäten festzulegen. Die Studenten müssen sich darüber bewusst sein, welche Aufgaben wichtig und dringend sind und welche sie erst danach erledigen müssen. Dabei gilt es, einen vernünftigen Zeitpuffer einzuplanen, damit nicht schon kleine Verzögerungen den gesamten Zeitplan umwerfen. Größere Projekte sollten immer in überschaubare und zu bewältigende Etappenziele eingeteilt werden. "Dadurch habe ich die Aufgaben schon ein wenig gegliedert und bei jeder Etappe habe ich ein Erfolgserlebnis, das mich motiviert", sagt Mahltig. Checklisten haben eine ähnlich motivierende Wirkung. Gleichzeitig sorgt die Liste dafür, dass keine Aufgabe vergessen wird.

Luxus: freie Zeiteinteilung
Was die Arbeitszeiten betrifft, genießen Studenten einen Luxus, der im Arbeitsleben verloren geht: sie können frei einteilen. Das birgt zwar die Gefahr, Wichtiges zu lange aufzuschieben, eröffnet aber auch Chancen: Studenten könne sich nach der eigenen Neigung richten. "Es gibt Morgen- und Nachtmenschen. Für besonders anspruchsvolle Aufgaben nutzt jeder am besten die eigenen Leistungshochs", rät Gerhard Mahltig. In solchen Phasen sei es sinnvoll, sich nicht ablenken oder stören zu lassen. Das Handy bleibt dann am besten ausgeschaltet. Auch ein sinnvoll organisierter und ordentlicher Arbeitsplatz spart kostbare Arbeitszeit.

06.10.2009 - Von: Stefanie Grutsch, Redaktion apotheken.de

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