Geselligkeit im Alter hält fit
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht den Austausch mit anderen sein Leben lang. Mit steigendem Lebensalter wird es für viele Menschen aber schwieriger, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sei es, dass der Freundeskreis kleiner wird, die Beweglichkeit nachlässt oder dass Wege schwieriger zu organisieren sind.
Viele alte Menschen vereinsamen regelrecht, wenn ihnen niemand hilft, soziale Kontakte zu pflegen. Dabei ist die Gemeinschaft mit anderen ein Jungbrunnen - und zwar nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper. Das hat jetzt eine Studie aus den USA gezeigt.
Austausch mit anderen hält fit
Dass man die natürlichen Folgen des Alters durch Sport und Bewegung zwar nicht völlig aufhalten, aber doch nachhaltig verzögern kann, ist bekannt. Neu ist indes das Ergebnis der jetzt in der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine" veröffentlichten Studie: Die körperliche Fitness lässt umso weniger nach, je intensiver man sozialen Aktivitäten nachgeht.Im Jahr 1997 wurden 906 Männer und Frauen im Alter von 54-100 Jahren befragt. Ihr Durchschnittsalter war 80 Jahre. Mithilfe eines Fragebogens erfassten die Forscherdas Ausmaß sozialer Aktivitäten und die körperliche Verfassung der Teilnehmer. Weitere mögliche Einflussfaktoren wie Bildungsniveau, Rauchen und Body-Mass-Index wurden ebenfalls dokumentiert. Über einen Zeitraum von 5 Jahren wurde dann aufgezeichnet, wie sich die körperliche Fitness der Studienteilnehmer veränderte.
Soziale Aktivitäten fördern die Mobilität
Viele soziale Aktivitäten bringen es mit sich, dass man bestimmte Wegstrecken auch zu Fuß bewältigen muss. Von daher könnte das Ergebnis recht banal sein: Wer sich körperlich viel bewegt, sei es beim Besuch von Verwandten, sei es zur Teilnahme an einer Freizeitveranstaltung, behält in der Regel auch eine bessere körperliche Verfassung. Oder umgekehrt: Senioren mit guter körperlicher Verfassung sind auch eher willens und in der Lage, sozialen und geselligen Aktivitäten außerhalb ihrer Wohnung nachzugehen.
Die Wissenschaftler konnten jedoch zeigen, dass auch ganz unabhängig vom Umfang der körperlichen Bewegung in der Freizeit das Sozialverhalten einen wesentlichen Einfluss hat.Für jeden Punkt, den ein Teilnehmer auf der Skala für soziale Aktivitäten weniger aufweist, sinkt seine körperlich-motorische Leistung um 33 Prozent. Das ist in etwa so viel, als wäre er fünf Jahre älter. Dies wiederum entspricht einem um 40 Prozent erhöhten Sterblichkeitsrisiko und einem um 65 Prozent erhöhten Risiko für eine Behinderung.
Keine abschließende Bewertung
Eindeutige Antworten, wie die Studienergebnisse medizinischzu bewerten seien, wollen die Autoren in ihrer Zusammenfassungnoch nicht geben. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass sich das Aufrechterhalten sozialer Kontakte im Alter doppelt bezahlt macht.
01.10.2009 - Von: Dorothee Steeb, Redaktion apotheken.de

